Chronik der NaturFreunde Neunkirchen

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Chronik der „NaturFreunde Deutschlands“
Ortsgruppe Neunkirchen – Saar

1895 Gründung des Touristenvereins „ Die NaturFreunde“ in Wien. Eine unabhängige, parteipolitisch neutrale internationale Gemeinschaft.
Den Gründungsmitgliedern ging es darum, die Menschen aus den Gasthäusern in die freie Natur zu locken, denn die Naturlandschaften waren nur einigen Privilegierten zugänglich.
Zum Zeichen dafür, daß die Natur Allen zugänglich sein muß, wurde der Gruß „Berg Frei“ gewählt.

1905 Gründung der ersten Ortsgruppe in Deutschland, und zwar in München.

1906 Bau des ersten NaturFreundehauses in Österreich. Das Padasterjochhaus in Steinach, Tirol.

1918 Nach dem ersten Weltkrieg entbrannte in der Arbeiterbewegung ein großer Kampf gegen den Faschismus. Dieser Faschismus war mit Schuld an diesem Kriege. Da die Arbeiterschaft die Hauptleidtragenden der Kriege schlechthin ist, wehrte sie sich, was sie ja heute auch noch macht. Der einzelne Arbeiter ist jedoch machtlos. Doch eine Gemeinschaft kann sehr stark werden. Aus diesem Grunde hat sich die Arbeiterschaft in Gruppen, Vereinen und Parteien zusammengeschlossen.

1919 Hier liegt die Wiege der Ortsgruppe, also kaum ein Jahr nach Ende des Weltkrieges.
Im Sommer Gründung der Ortsgruppe Neunkirchen im Volkshaus.
Mitbegründer: Paul Oswald, Leo Herz, Kurt Schneider, Heinrich Graf, Paul Schütz, Peter Stoll.
Es kommen später weitere Männer hinzu. Leider sind nur noch zwei mit Nachnahmen bekannt: König und Häfner.

1920 Theo Denig kommt zur Ortsgruppe.
Denig, Häfner und König verlassen nach kurzer Zeit Neunkirchen und machen eine Fußreise durch Europa. Sie brachten den Gedanke der Naturfreunde sowie den Namen der Ortsgruppe ins westliche Ausland. Ihr Weg führte sie bis nach Spanien. Nach ca. einem halben Jahr kehren sie zurück. Das Heimweh (Frau und Kinder) war zu groß.

1921 Die Ortsgruppe fällt auseinander.

1922 Es erfolgt eine Neugründung. Die neuen Gründungsmitglieder sind unter anderen: Karl Biehl, Ludwig Keller, Fritz Schmitt und Kurt Schneider. Auch diese Gründungsversammlung fand im Volkshaus statt.

Man traf sich regelmäßig 1-mal wöchentlich im Volkshaus. Inhalt der Gruppenabende waren: Singen, Gesellschaftsspiele, Volkstanz und politische Themen.

1923 Gertrud und Franz Kortas kamen ins Saarland. Hier fanden sie bald gute NaturFreunde und haben mit Ihnen eine schöne Zeit verlebt. Sie wurden Mitglieder unserer Ortsgruppe. Franz spielt Gitarre. Sie lehren Kinder und Jugendliche Lieder singen und Volkstänze aufführen.
Sie selbst waren seit dem 01. Jan. 1922 Mitglied der Naturfreunde. Sie haben ein Neujahrsfest der Ortsgruppe Möchingshofen im Kreis Datteln besucht. Dieses Fest hatte ihnen gut gefallen und der Verein hielt, was er versprach. Es ist das Wichtigste, was der Mensch braucht: „Freunde fürs Leben“ war ein Ausspruch von Gertrud Kortas. Franz und Gertrud sind später über die Ortsgruppe Kirkel zur Ortsgruppe Niederbexbach gekommen. Über 90-jährig ist Gertrud Kortas in Niederbexbach verstorben.

1925 Reinhold Schneider wird zum 1. Vorsitzenden gewählt.
Zusammen mit seiner Frau „Käthe“ und seinem Sohn leistet er große Aufbauarbeit. Unter seiner Leitung stieg die Mitgliederzahl rasch an. Parallel dazu kamen auch viele Kinder und Jugendliche zum Verein. Es konnte bald eine Kindergruppe gegründet werden. Zeitweise waren mehr als 30 Kinder anwesend. Als Kinder- und Jugendleiter fungierten Käthe Schneider, Ludwig Keller und Peter Stoll.
Die Diskussionen über politische Themen in den Gruppenabenden leitete Franz Labitzki.
Unsere Ortsgruppe war in dieser Zeit eine der Mitgliedstärksten im Saarland. Sie hatten sich schon damals damit befaßt ein eigens Haus zu erstellen. Standplatz sollte ein Gelände hinter dem Gutsweiher im Furpacher Wald sein. Das Gelände war schon auf 99 Jahre von der Stadt Neunkirchen gepachtet. Der Hausbau konnte jedoch nicht realisiert werden, weil der Landesverband beschloß, ein Haus in Kirkel zu bauen und somit Zuschüsse für ein weiteres Haus nicht zu erhalten waren.

1925 – 1927 Das Landesverbandshaus in Kirkel wird errichtet. Die Ortsgruppe ist tatkräftig
an dem Bau beteiligt. Hier hat sich gezeigt, wozu NaturFreunde fähig sind. Mit dem Hausbau in Kirkel sind die NaturFreunde erst richtig zusammen gewachsen.

1928 – 1929 Die Ortsgruppe ist von Kommunisten stark unterwandert. Deshalb hat sie die Reichsleitung, wie so viele andere Gruppen auch, ausgeschlossen. Es bilden sich 2 Gruppen in Neunkirchen. Die sogenannte „kommunistische Gruppe“ arbeitet im Untergrund weiter.

1930 – 1935 Die Nationalsozialisten kommen in Deutschland an die Macht. Denen waren die Arbeiterparteien ein Dorn im Auge. Deshalb wurden diese Parteien und Gruppen nacheinander verboten. Diese, auch die NaturFreunde, arbeiten im Untergrund gegen das Regime weiter.
Man traf sich sonntags zu Wanderungen durch Feld und Wald, wobei hier das Abzeichen der NaturFreunde noch offen getragen wurde, was man in Städten und Ortschaften unterlassen mußte. Auch wurden noch heimlich Gruppenabende abgehalten.
Viele Mitglieder waren von dem Leitgedanken der früheren Parteien und Gruppen so überzeugt, daß sie mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen diese Regierungsform votierten. Diese Personen wurden natürlich vom Regime entsprechend verfolgt und gedrückt. Da viele von Ihnen um ihr Leben fürchteten, flüchteten sie mit Hilfe von Naturfreunden über die scharf bewachten Grenzen in die Emigration. Aus unserer Ortsgruppe waren dies: Leo Herz, Richard Hussong, Karl Petri, Heinrich Sticher und Werner Wilhelm.
Leo Herz arbeitete bis nach dem Krieg in einem Kibbuz in Israel, wo er auch verstarb.
Heinrich Sticher war bis zu seinem Tode 1983, Mitglied der Ortsgruppe Spiesen – Elversberg.

1949 Im Oktober, vornehmlich durch die „Alten“ Mitglieder wird die Ortsgruppe wieder zum Leben erweckt. Fast alle Wiedergründer waren Mitglieder des Omnisportverbandes, wo auch die Weichen zur Wiedergründung gestellt wurden. Die Gründungsversammlung fand im Lokal „Eichhörnchen“ in der Koßmannstraße statt. Die bekanntesten Gründungsmitglieder waren: Katharina und Ludwig Keller, Klara Treitz, Emmi Müller, Karl Biehl, Karl Eisenbeis, Willi Praß, Peter Stoll, Richard Hussong, Werner Wilhelm, Karl Petri und Kurt Schneider.
Zum Neubeginn war die Ortsgruppe um 20 Personen stark.

1963 – 1965 Das NaturFreundehaus Neunkirchen wird erbaut. Eine RAD – Baracke, die vorher auf dem Schloß stand, konnte von den NaturFreunde erworben werden. Sie wurde auf den heutigen Standort umgesetzt. Das Gelände war früher ein Steinbruch, in den 30er Jahren wurde es als Schießstand verwendet.
Der damalige 1. Vorsitzende, Philipp Müller, war die treibende Kraft. Ihm ist es zu verdanken, daß wir das Haus unser Eigen nennen dürfen. Philipp Müller, später Ehrenmitglied, hat die Gruppe 1993 für immer verlassen.
Durch den Bau des Naturfreundehauses wuchs die Mitgliederzahl auf über 300 Personen an.

1966 Allein die Kindergruppe umfaßt über 60 Mitglieder. Die hat gleichzeitig ein Zupforchester auf die Beine gestellt.

1970 An das Haus wird ein Jugendraum angebaut. Dieser Raum wird später nur noch als Abstell- und Heizraum genutzt.

1977 – 1978 Da das Haus etwas abseits der Straße liegt, und des Nachts sich niemand im Haus aufhielt, war das Haus Ziel ungebetener Gäste geworden. Mehrmals wurde in die Räumlichkeiten eingebrochen und hoher Schaden an den Einrichtungen angerichtet. Dies war der Hauptgrund ein Wohnhaus für einen Pächter oder Hausmeister anzubauen.
Die treibende Kraft für die Erstellung war der damalige Vorsitzende Werner Leib. Sein Nachfolger Kurt Huwig vollendete den Bau. Ihnen gebührt Dank zu sagen, dieses Wohnhaus mit wenig finanziellem Aufwand erstellt zu haben. Die Hauptarbeit wurde durch Eigenleistung erbracht.

1981 Zum ersten Vorsitzenden wird Wolfgang Schug gewählt.

1982 Wolfgang Schug tritt von seinem Amt zurück. Als 2. Vorsitzender übernimmt Norbert Jung die Leitung des Vereins.
Der kompl. Gastraum wird restauriert.

1983 Norbert Jung wird zum 1. Vorsitzenden gewählt.

1984 Ein Bierkeller wird an die Gaststätte angebaut. Eine neue Büffetanlage wird installiert.

1985 In Wohnhaus und Gaststätte wurde je eine Warmwasserheizung mit Flüssiggas installiert.

1995 Für die Versorgung des Hauses werden neue Gas- und Wasserleitungen von der Straße in das Haus verlegt. Der Grabenaushub erfolgt in Eigenleistung. Die Verlegung der Rohr erfolgt durch die KEW Neunkirchen. Dadurch ist es möglich, daß die Heizungsanlagen auf Erdgas umgestellt werden können. Es werden enorme Heizkosten eingespart.

1997 Eine Beton – Fertiggarage als zusätzlicher Kellerraum wird aufgestellt.

1999 Im März wird dem Gründungs- und Ehrenmitglied Peter Stoll zu seiner 80-jährigen Mitgliedschaft eine besondere Ehrung zuteil. Leider verläßt er die Ortsgruppe noch im gleichen Jahr 96-jährig für immer.
In der Gaststätte werden neue Kunststoffenster und eine neue Eingangstür installiert.

2000 Das Haus erhält eine neue Elektro – Hausanschlußleitung durch die KEW.

2001 Das Dach des Wohnhauses wird neu eingedeckt. Die Eternitplatten werden ordnungsgemäß entsorgt. Die Rückseite des Wohnhauses wird mit 60 mm starken Schaumstoffplatten isoliert.

2002 Das Wirtepaar Helga und Detlef Pfeiffer lassen einen überdachten Biergarten auf eigene Rechnung erstellen.

2003 Die Zufahrt zum Haus von der Straße wird mit einer neuen Asphaltdecke versehen.

2004 Der Bundes- sowie der Landesverband haben den Namen etwas verändert. Auch unsere Ortsgruppe hat der Namensänderung zugestimmt. Die Änderung mußte aus wirtschaftlichen sowie zeitgemäßen Anpassungen durchgeführt werden. Künftig heißen wir „Die NaturFreunde Deutschlands, Ortsgruppe Neunkirchen“.
Die Toilettenanlagen in der Gaststätte werden kompl. erneuert.

2006 In die Gaststätte wird eine neue Büffetanlage installiert.
Die Heizkessel für Wohnhaus und Gaststätte werden erneuert.
Weiterhin wird eine Diebstahlwarnanlage sowie eine Film – Vorführanlage installiert.
Die Zufahrt zur Parkfläche wird mit Pflastersteinen befestigt.

2007 Die heutige Ortsgruppe umfaßt noch 80 Mitglieder. Die Gruppe ist stark überaltert. Die Bemühungen in der Vergangenheit eine Kinder- oder Jugendgruppe aufzubauen sind immer wieder gescheitert.
Im Geräteraum wurden die Glasbausteine durch Kunststoffenster ersetzt. Sie wurden mit Stahlgitter als Diebstahlschutz gesichert.
Die Dachfläche über dem Geräteraum wurde mit gesicktem Blech ausgestattet.

2008 Neben dem Notausgang und hinter dem Anbau wird eine Stützmauer errichtet, damit der nachrutschende Abhang gesichert ist, und auch gefahrloser Umgang um das Haus entstanden ist.

2010 Renovierung des Heizungsraumes zur Nutzung als Jugendraum
2011 2011 verstarb unser langjähriger Vorsitzender Norbert Jung und in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde Roland Rinder zum neuen Vorsitzenden gewählt
2012 In der Mitgliederversammlung am 17.03.2012 wurde Richard Hoffmann zum Ehrenmitglied ernannt

Die Mitglieder ließen sich immer leiten von den Gedanken zur Erhaltung der Ökologie und der Natur, gegen Raubbau am Menschen und der Natur, für Frieden und Freiheit. Sie standen und stehen immer zusammen in ihrem gemeinsamen Kampf. Dies sollte auch unser Leitmotiv für die weitere Zukunft sein.